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Freitag, 28. Juni 2013

15) The Port Stephens

Am langen Osterwochenende gings zusammen mit Gemma und Danny Richtung Norden nach Port Stephens. Eigentlich wollten wir nur ein ganz entspanntes Campingwochenende verbringen und Katha's Gutschein für einen Ausritt am Strand einlösen. Bei unserer Ankunft wurden wir zunächst auch überaus freundlich von Hauskangaroo Josephine begrüßt. Später offenbarte sich allerdings ihr wahres Wesen: Sie wollte unsere Zelte fressen! Vielleicht sogar zusammen mit uns als Inhalt? Naja, wir wollen ihr jetzt mal nix anhängen. Kangaroos sind ja schließlich keine Menschenfresser.

Das sind Haie aber bekanntlich schon. Und was passiert wenn man Katha und Gemma mit 30 Grey Nurse Sharks zusammenbringt? Keine Ahnung, ich war Golfen. ;-) Aber die GoPro war dabei, mal schauen was die so zu erzählen hat:


Zum Glück waren die beiden anscheinend die falsche Geschmacksrichtung, sonst hätte Katha ihren Vorruhestand ja gar nicht auskosten können. Naja, es war ja im Endeffekt dann doch nur ein Tag ohne Job, dann ging's auch wieder weiter mit dem nächsten! Die Pensionskasse wurde also noch nicht angezapft. ;-)
Aber ich hätte unsere ganzen Besucher alleine unterhalten müssen. Im Mai hatten wir schließlich meine Eltern, meine Schwester mit Mann und Nachwuchs und Anjo aus München zu Besuch! Na Prost Mahlzeit!

Wos geht üba hausgmachte Semmegnedln mit Schwammerl und a Hoibe Weißbier?
Im Beutel war kein Platz mehr für Finley
Gimme the evil look



Gimme the poor look

Steht ihr gut!
Steht mir gut.

Danach (um halb eins) gings tatsächlich noch auf die Piste. Und wir wurden sogar  noch reingelassen!!
Inzwischen hat sich Down Under für die WM in Brasilien qualifiziert (wir waren dabei), FC Bayern hat auch hier das Triple geholt (wir waren dabei) und Australien hat mal eben die amtierende Prime Ministerin Gillard gestürzt. Ja und mittlerweile ist hier der Winter eingezogen und es ist richtig frostig geworden! Die Skisaison wurde in Australien vor drei Wochen offiziell eröffnet:


Allerdings nur in den ca. 2000 m hoch gelegenend Snowy Mountains (mehr zu unserem Ausflug beim nächsten Mal). Für den Schleppliftbetrieb am Bellevue Hill in Bondi hat's grade nicht gereicht. Kalt ist es trotzdem in Sydney... Naja, zumindest in den meisten Wohnungen, denn "Zentralheizung" und "Wärmedämmung" sind hier absolute Fremdwörter. Aber ich hör ja schon auf zu jammern, wir haben im offiziellen australischen Winter hier in Sydney aktuell die gleichen Temperaturen wie im "sommerlichen" Deutschland. Das Meer ist mit geschmeidigen 21° durchaus noch einladend und die Strände sind dazu meistens menschenleer. Ich will mich also absolut nicht beschweren!



Wer braucht schon ne Frisbee wenn Hunde auch so gut fliegen?


In diesem Sinne genießen wir den australischen Winter in vollen Zügen und erwarten unsere nächsten Besucher aus Deutschland! Da gibt's dann bestimmt wieder viele Geschichte zu erzählen. Beim nächsten Mal aber gibt's dann erstmal noch was zu unserem Trip nach Uluru und in die Snowy Mountains zu lesen.

So long, hang loose!

Marius



Donnerstag, 7. Februar 2013

13) The Weihnachten in Sydney? - Part II



Am Christmas-Day (erster Weihnachtsfeiertag) war das Wetter recht gut, und wir beschlossen in der Nähe von Bondi zusammen eine Runde Schnorcheln zu gehen. Die Eindrücke sind kaum in Worte zu fassen und daher in dem folgenden kurzen Video zusammengefasst.


 Okok... das Wetter war so schlecht wie nie zuvor und wir beschlossen ins „Sealife“ zu gehen. Im Gegensatz zur Münchner Version aber allein schon wegen der Haiabteilung eine echte Empfehlung!! Und die Fish’n’Chips schmecken nachher so richtig gut…

Am zweiten Weihnachtsfeiertag lockerten die Wolken langsam wieder auf, und so konnten wir den Start der berühmten „Sydney to Hobart“ Regatta miterleben. Wir hatten ein Mordsspektakel erwartet, aber bis auf die gefühlten 5000 Menschen auf 100m² Zuschauerfläche, 200 Booten im Sydney Harbour, 10 Hubschraubern am Himmel und einem lauten Knall beim Start, hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Wir Banausen wissen nicht mal wer schlussendlich gewonnen hat.. aber wir waren DABEI. :-)
Vor lauter Booten kein Wasser mehr zu sehen: Sydney to Hobart Race
Am Tag drauf war das Wetter wieder so richtig gut und wir hatten mit Zug und Rad einen Ausflug Richtung Süden gestartet. Nach einem gelungenen Vormittagsprogramm an den beiden Kiama Blowholes (tide- und strömungsbegünstige "Meeresejakulation") und einem exzellenten Barbecue hätten wir am besten in den nächsten Zug Richtung Sydney steigen sollen.


Litte Blowhole in Kiama - besonders imposant das dumpfe Geräusch, wenn die Fontäne kommt
Mei war des guad


Vertical Vomitting

Stattdessen sind wir mit den Bikes noch ein bisschen weiter gefahren, weil wir einen angeblich hervorragenden Schnorchelspot finden wollten. Doch „Shellharbour“, eine absolute Geisterstadt, machte uns einen Strich durch die Rechnung: Häuser die alle gleich aussehen, Straßen die entweder keine Namen haben, umzäunt und daher gar nicht erreichbar sind oder einfach spontan im Nichts enden und keine Menschenseele weit und breit… leben hier vielleicht die Aliens die bekanntlich vor 60 Jahren in Australien gelandet sind? Oder sind es einfach nur kanibalistische Anhänger einer Sekte? 
Jedenfalls war vom Strand, geschweige denn vom Schnorchelspot, keine Spur. Katha hatte der Mut bereits verlassen und so machte ich mich in dieser gottverlassenen Gegend nochmal alleine auf die Suche nach der verborgenen Bucht. Und tatsächlich: Nach nur  ca. einer dreiviertel Stunde suchen und radeln war Meer und schließlich der Spot in Sicht. Jetzt blieben mir noch ganze fünf entspannten Minuten fürs Schnorcheln, um den vereinbarten Treffpunkt mit Katha zurück am Bahnhof einhalten zu können.
Der Spot war natürlich nicht wirklich der Bringer (soweit man das nach fünf Minuten beurteilen kann), überflüssigerweise meinte meine Unterwasserkamera sie muss dabei undicht und damit hin werden und obendrein musste ich beim Zurückfahren nach 10 Metern merken, dass ich nen Platten habe. Da hilft nur noch fluchen:  Ca. 10 Kilometer vom Bahnhof weg, kein Handy und (für die kurze Strecke, da passiert ja nix) selbstverständlich kein Flickzeug dabei. Nur meine Taucherbrille, meinen Schnorchel, ne nasse Badehose an und riesen Durst…
Ja, zum Glück war Katha noch da - kurz davor die Polizei zu verständigen - und zum Glück kam dann auch noch ein Zug zurück in die Zivilisation. Die Moral von der Geschicht: Nie wieder nach Shellharbour nicht! Ironie des Schicksals: Wer arbeitet grade an der Festlegung der Überschwemmungsgebiete in Shellharbour…

Weihnachten im Three Wise Monkeys
Zusammen mit den frischen Deutschlandimporten Günther und Waltraud (Katha’s Eltern), sowie den Re-Importen Alex und Vivien (zwischenzeitig kurz nach Brisbane geflogen), feierten wir Silvester – diesmal nach traditioneller australischer Art am Bronte Beach, mit geschmeidigen 30 Grad, viel Sonne und natürlich Barbecue. Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause ging’s danach Richtung Dover Heigths, wo wir bei voller Sicht auf die City mit vollen Birnen  - äh Gläsern gespannt auf’s Feuerwerk warteten. Wie jedes Jahr natürlich ein Spektakel sondersgleichen. Und wie jedes Jahr läuft man danach planlos durch die Stadt, verliert sich im Verkehrschaos und kommt ohne Eintrittsticket nur noch in Schwulenclubs. Zeit nach Haus zu gehen!

Der eine oder andere hat an Neujahr noch doppekt (aus-)gesehen

Nach dem feucht fröhlichen Silvester fieberten wir alle nur noch auf unseren gemeinsamen Trip nach Cairns hin. Die Geschichten zu „sonnenbrillengroßen“ Spinnen, „Nightmares with Mucki“ und Steak zum Frühstück gibt’s allerdings erst beim nächsten Mal.
Natürlich ist es dafür zwar schon viel zu spät, aber dennoch: wir beide wünschen Euch an dieser Stelle noch ein gutes neues Jahr! Hoffentlich hat der Blog 2013 genauso viele Leser wie im vergangenen Jahr und dazu 50 mal so viele Kommentare. :-)

Marius




Sonntag, 20. Januar 2013

12) The Weihnachten in Sydney? - Part I


Ja wo soll ich nur anfangen. Seit dem letzten Post sind so viele Tage vergangen und so viele neue Eindrücke entstanden, dass ich den Überblick total verloren habe. Thema Wetter ist immer gut: 

Teils bewölkt... pfff.
Mittlerweile ist hier definitiv der Sommer eingetroffen. Gerade erst letzten Freitag wurde hier in Sydney mit knapp 46 Grad (!) ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Wen man nicht dabei war, war man nicht dabei und kann sich nicht wirklich vorstellen wie sich das anfühlt, aber Saunabesuch beschreibt den Spaziergang zur Mittagszeit recht gut. Ich will gar nicht wissen wie viel Grad es an den „Hotspots“ Australiens (z.B. Ayers Rock oder Darwin) an dem Tag hatte. Kein Wunder, dass aktuell in ganz Australien von massiven Waldbränden berichtet wird. Total absurd, aber auch typisch für Sydney, ist dann der ebenfalls rekordverdächtige Temperatursturz auf 25 Grad am Samstag – klar, rechtzeitig zum Wochenende. 
  
Wir konnten uns am Ende einfach  nicht entscheiden...
Während Katha noch mit Lamborghini und Porsche in die Arbeit fährt, bin ich mittlerweile nicht mehr auf die Öffentlichen angewiesen. Meine „Canny“ wurde mit Slicks ausgerüstet und so bestreite ich meinen täglichen Weg zur Arbeit (ca. 25 min -  downhill) und nach Hause (40 min…) mit dem Bike. Das Ganze ist nur möglich, weil es hier in Sydney am Arbeitsplatz üblicherweise Duschen gibt. So zum Glück auch an meinem! Aber nun zurück ins Jahr 2012.

Ginger Bread Men taste like feet - zum Glück hatten wir noch Mamas original Plätzerl mit der Post geschickt bekommen!
Nach „traditionellen“ Inhalten der Vorweihnachtszeit, wie Wichteln (Secret Santa), Schokokalender (von Aldi) öffnen, (faltbaren Plastik-) Christbaum schmücken und (ungenießbare) Plätzchen backen und zwei typisch australischen Weihnachtsfeiern unserer beiden Arbeitgeber (gut essen, dazu viel trinken und am Ende richtig ordentlich einen heben…) freuten wir uns auf unseren Urlaub und das Wiedersehen mit Freunden und Verwandten aus Deutschland.

Christmas Show an Sydney's Darling Harbour
Deswegen ging’s gleich am Freitag direkt nach der Arbeit mit dem Zug in Richtung Blue Mountains, wo wir mit den beiden Weltreisenden Helmut und Bea zum Campen verabredet waren. Bei ihrem Heimspiel am Stausee "Lake Lyell" in der Naehe von Lithgow bekommen wir einen kurzen Eindruck davon, wie sich die beiden seit knapp 2 Jahren mit ihren Motorrädern und einem Zelt durchschlagen. Von Helmut wurden wir spät abends am Bahnhof abgeholt und von Bea mit frisch Gegrilltem, Salat und reichlich Wein empfangen. Die beiden hatten wie immer viel Interessantes von ihren Erlebnissen zu berichten.

Unser Camp im Zwielicht (Helmut hält nach Fischen Ausschau)
D' Chefin wie immer beim Zündeln


















Nachdem wir früh morgens von zwei „Trompetenenten“ geweckt wurden, die uns lautstark im Stereosound beschallten, ging’s vom "Stadtcampingplatz" ein paar Kilometer weiter zu einem wildromantischen Spot am Stausee. Ganz nach dem Motto „back to the roots“ drehte sich hier alles um unsere Feuerstelle, auf der wir unsere drei Mahlzeiten zubereiten, Kaffee kochen und Marshmallows verbrennen ließen...

Ein Baumgleiter (??) beobachtet Katha aufmerksam beim Feuermachen
Nachdem es Freitagabend etwas Nieselregen hatte und eher kühl war, hatten wir den Wettergott  für Samstag und Sonntag um ein paar mehr Grad gebeten. Unser Wunsch wurde erhört und so knallte die Sonne bereits um 10 Uhr morgens so richtig vom Himmel. Es dauerte nicht lange und wir wünschten uns ein paar Wölkchen, da Schatten auf unserem Campspot eher Mangelware war. Ja, und so zogen ein paar Wölkchenen auf, dann wurde es verdammt schwül, eine Fliegenplage brach über uns herein, die Wölckchen wurden zu tiefschwarzen Unwetterwolken.... und plötzlich platzte der Regen aus allen Nähten!! Helmut und ich waren grade am Strand beim „Angeln“ (bzw. den Seegrund mit Blei, Haken und Schwimmern bereichern) und hüllten uns in letzter Sekunde in unsere Lastwagenplane ein. Der Regen bzw. Hagel war so stark und laut, dass wir uns direkt nebeneinander sitzend nicht verstehen konnten. Beeindruckend war auch der Blitz, der direkt vor uns im Wasser einschlug…

                          Video: Katha im Kmart-Zelt - Trauer um das schöne Lagerfeuer..
Die Hilferufe unserer tapferen Mädels – heldenhaft Bea und Helmuts Zelt vor dem sicheren Tod rettend – konnten wir währenddessen also logischerweise nicht hören. Die unvermeidbaren Hochwasserschäden im Zelt „Time-To-Ride“  durften wir Herren im Gegensatz zum weiblichen Teil unseres Teams also mit trockenen Unterhosen begutachten. Dafür brachten wir aber auch keinen Fisch zum Abendessen mit… ;-)
Die Schäden waren aber halb so schlimm, zumal gleich nach dem Unwetter die Sonne wieder ordentlich knallte… es schwül wurde... die Fliegenplage wieder hereinbrach… Moment mal: "Helmut, wollen wir Jungs das Angeln nicht doch nochmal probieren?"

Good morning sunshine
Mentales Training kurz vor dem großen Fang (Katha kümmert sich währenddessen ums Feuer)
Das Wochenende verging natürlich viel zu schnell und so mussten wir am Sonntag Mittag schon wieder Abschied von den beiden nehmen. 
Aus dem Kurztrip lassen sich die folgenden wertvollen Erkenntnisse ziehen:
  • Am Lake Lyell sind die Fische sehr „hoaklig“ und beißen weder auf Brot, Käse, Fleisch, Mais, Schnecke, Made, Grasshüpfer – noch auf kleinen Fisch.
  • Am Lake Lyell nimmt der Wettergott die Wünsche der kleinen Erdlinge übergenau und setzt diese binnen Sekunden in die Tat um. 
  • Falls am Lake Lyell ein Gewitter über einen hereinbricht, sollte man entweder zuvor einen Wassergraben um sein Zelt ausgehoben haben, ein 30$-Zelt von Kmart besitzen oder unter einer Lastwagenplane zusammen mit seinem Cousin die Ruhe bewahren.
  • Nicht nur am Lake Lyell werden mein Kopf und Bea's Motorradhelm wohl keine Freunde mehr..
Reflektionen von Katha's mächtigem Lagerfeuer
Bye Bye Bea, Helmut und Lagerfeuer!
Zurück in Sydney stand Weihnachten und unser erster Münchner Besuch vor der Tür. Alex und Vivien hatten durch die Wahl von Air China keine Strapazen gescheut. Trotz akutem Schlafmangel gab’s am 24. Dezember gemeinsames Sektfrühstück, den obligatorischen Strandbesuch, traditionelles Würstlessen mit anschließender Bescherung und schließlich die Christmas-Show am Darling-Harbour,  bei der  Berichten zufolge unter anderem Santa mit einem „Jetpack“ über’s Wasser geflogen ist (vgl. Youtube) – eben genau so wie es sich damals vor über 2000 Jahren auch dargestellt hat.... Moment mal: wo taucht bei der Geschichte eigentlich dieser Santa auf?
Würstessen am heiligen Abend: Katha ist durch die lange Zeit am Lagerfeuer deutlich geschrumpft.
Bescherung - wobei das beste Geschenk AlVi war!



Vielleicht ganz gut, dass wir das „Spektakel“ um ca. 10 Minuten verpasst haben. Das anschließende Feuerwerk war aber bis auf den Sprühstuhl äh Regen noch ganz schön. Und schließlich durften dann unsere beiden Gäste nach ca. 50 schlaflosen Stunden in unsere Gästebetten fallen.

Was die zwei Bayern in den nächsten Tagen noch so erlebt haben - das gibt's in der Fortsetzung, ich muss in die Arbeit! :-)

Cheers, Marius

Freitag, 7. Dezember 2012

11) The Neue Job!

Wow, fast ein Monat ist seit unserem letzten Post vergangen! Dafür gibt's allerdings auch einen guten Grund: Wir sind mittlerweile (wieder) beide unter die arbeitende Gesellschaft gegangen. Daher bleibt natürlich nicht mehr so viel Zeit für's bloggen. Hinzu kommt natürlich noch dieser unfassbare Vorweihnachtsstress. :-)

Der Christmas Bus nach Randwick wird natürlich von Santa höchstpersönlich gesteuert
Zurück zum Thema - der Geschichte (oder einer Aneinanderreihung bemerkenswerter Zufälle) wie ich zu meinem jetzigen Job gekommen bin. Die Geschichte wird etwas ausführlicher. daher heute weiter nichts vornehmen, zurücklehnen und am besten ein Bierchen zum Lesen öffnen. Damit zwischendurch keiner einschläft, hab ich zur Auflockerung ein paar kunterbunte Bilder eingebaut, die größtenteils NICHT in den Kontext passen! Also nicht verwirren lassen. :-)

Nach der Fahrt mit dem Christmas Bus zum wunderbaren Maroubra-Beach geht's dort zum Beachhandball
Da wir anfangs in unserer Wohung noch kein Internet hatten, bin ich unter der Woche öfter in die University of Sydney (UTS) gegangen, um das kostenlose Wifi zu benutzen und Bewerbungen rauszuschicken. An einem dieser Tage hatte ich es im Endeffekt dem Druck in meiner Blase zu verdanken, dass ich auf dem Weg zum stillen Örtchen über eine Art Messe gestolpert bin. Es stellte sich heraus, dass genau an diesem Tag in der Uni eine Jobmesse für Ingenieure veranstaltet wurden! Es war 16.45 Uhr, und die Messe ging bis 17 Uhr...

Eines unserer neuen "Haustiere": Ein Opossum klettert vor unserer Wohnung im Baum herum.
Natürlich hieß es für mich sofort "nix wie rein". Nicht aber für das Messepersonal, da dieses der Auffassung war: "Ohne Namensschildchen kommst Du da ned rein". Ok, schleunigst so ein verdammtes Namensschildchen kriegen. WIE? Es geht ganz einfach, man muss nur seinen UTS-Studentensausweis herzeigen, dann wird einem  ein Schildchen ausgestellt... Na super! Mit viel Überredungskunst (oder war es die pure Panik in meinen Augen?) konnte ich dann auch ohne diesen Studentenausweis ein Schildchen bekommen. Da war's 16.50 Uhr...

Tagsüber ist ist es dann das Loorikeet-Päärchen vor unserer Wohnung..
Die Namensschildkontrolle konnte dieses Mal erfolgreich passiert werden. Und wirklich der erste Stand, der mir ins Auge fiel, war ein Ingenieurbüro, dessen Portfolio exakt mit meinen Skills als Wasserbauingenieur zusammenpasste!! Nachdem ich mit einem Studenten und einer Assistentin an dem Stand gequascht hatte, stand 5 Minuten später der Chef höchstpersönlich vor mir. Nicht nur optisch war ich für eine Jobmesse völlig unvorbereitet. Nein, plötzlich hatte sich auch mein kompletter Englisch-Wortschatz verabschiedet und ich brachte einfach kein Wort mehr raus. So schaute ich in meinen ausgeleierten Jeans und ausgedienten Chucks wortlos in die fragenden Augen meines zufünftigen Chefs...

...oder eine "Fruit-Bat" in der Nacht.
Naja, irgendwann ist der Knoten dann halbwegs geplatzt und ich konnte ein wenig von meinen Projekten erzählen. Ich entschuldigte mich für meinen unvorbereiteten Auftritt, wir tauschten Visitenkarten aus und ich schickte noch am selben Abend meinen Lebenslauf und einen Motivationletter. Nach einer Woche ohne Woche ohne Antwort hakte ich nach. Daraufhin kam die Antwort, dass man meine Email erhalten hätte und sich bald melden würde. Nach ca. 4 Wochen ohne weitere Nachricht hatte ich die Hoffnung so gut wie aufgegeben.

Zwischendurch hatten wir auch unserem alten Freund Brixton bei uns in der Wohnung zu Besuch.
Abends, am Dienstag den 13. November bekam ich aus heiterem Himmel eine SMS von Tara (einer Bekannten aus Sydney), in der sie mir wünschte, dass ich bald einen Job finde. Und schwupps die wupps: Donnerstag früh ruft mich das Ingenieurbüro an! Und lässt fragen, ob ich noch am gleichen Tag für ein Job-Interview reinkommen könnte!! Wie passt das zusammen - solange nichts gehört und dann plötzlich so kurzfristig? Wir einigten uns schließlich auf Freitag. Es folgte ein Tag intensivster Vorbereitung, abends die fünfzig häufigsten Bewerbungsfragen (von und mit Prof. Dr. Uhlenhorst) und eine Nacht mit eher seichtem Schlaf. Die härteste Entscheidung stand am nächsten Tag bevor: Muss mein prächtig gedeihender Mo(vember) weichen oder nicht? Mein schlaues Bewerbungsratgeberbuch plädierte für glatt rasiertes Gesicht...

Auch das Maskottchen des Luna-Parks trägt im November einen Mo!
Und dann hatte ich mein bisweilen erstes richtiges Vorstellungsgespräch - und das auch noch auf Englisch UND mit einer ordentlichen Rotzbremse im Gesicht (der Mo durfte bleiben)...
Meine anfängliche Nervosität war aber bald vorbei, da alle sehr nett waren. Das ganze glich weniger einem klassischem Vorstellungsgespräch, sondern mehr einer lockeren Unterhaltung. Am Ende bekam ich ein Angebot für meine zunächst temporäre Anstellung und wurde bereits dem Rest des Büros vorgestellt. Und dann ging's am folgenden Montag auch schon gleich los! So schnell kann's gehen!!!

Mission complete!!! (Man beachte die gleiche Farbkombination wie Del Piero unten)
Mittlerweile bin ich schon wieder seit drei Wochen bei meiner neuen Firma. Ich hatte großes Glück, da das Büro australienweit eines der größten ist, was Hochwassermodellierung (meine Spezialisierung) betrifft. Die Arbeit macht Spass, die Kollegen sind allesamt sehr nett, ziemlich in meinen Alter und kunterbunt aus aller Herrenländer. Von Kathas Büro sind's keine 15 Minuten Fussweg. Wir können also zusammen in die Arbeit fahren und uns zum Mittagessen treffen wenn's passt.
Achja: Zwischendurch waren wir in der Allianz Arena bei einem Spiel des Sydney FC - mit ALESSANDRO DEL PIERO!!
Soooo viel Text. Aber das muss jez wieder für nen Monat reichen! ;-) Nächstes Mal gibt's dann Geschichten zu meiner zweiten Karriere als Bierbrauer. Oder weiteren neuen Haustieren? Hmm, oder vielleicht war dann ja auch schon Weihnachten und Silvester? We will see...

Bis zum nächsten Mal. Hold your ears stiff! ;-)

Marius