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Donnerstag, 17. Oktober 2013

23) The Trip around Viti Levu

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen, hieß es "Schluss mit Luxus, rein in die öffentlichen Verkehrsmittel und einmal komplett rum bitte". Gleich die erste Etappe von Nadi nach Lautoka (ca. 1 Stunden) war eine harte Prüfung für die öffentliche Busreisetauglichkeit unserer überdimensionalen Rucksäcke: Da wir mit der Fähre erst gegen 6 zurück in Nadi waren, kamen wir genau in die Rush-Hour und somit in die etwas volleren Busse. Das bedeutet, dass die Gepäckfächer voll sind und die Rucksäcke mit auf den Sitz müssen. Eigentlich ja kein Problem, hätte man die Gänge statt 25 cm vielleicht auch nur 5 cm breiter gemacht... mit unserem Zelt seitlich befestigt hatte ich bereits Probleme überhaupt durch die Türe zu kommen. Der voll besetzte Bus bewunderte unseren Kampf bis in die letzten Reihen sichtlich amüsiert. Nach gefühlten 59 "Sorry" hatten wir es dann auch endlich geschafft. Nach einer Stunde ging der Spass wieder von vorne los, dieses Mal in die gegengesetzte Richtung. Zum Glück waren wir zum Aussteigen aber an der Endstation!

Und los geht die wilde Fahrt
Im Cabrio-Bus: Regen steht hier einfach nicht auf dem Programm.
Wie es sich gehört, hatten wir relativ schnell ein Hotel der untersten Preisklasse gefunden. Praktischerweise gleich neben dem "Sugarfestival", quasi dem fijianischen Oktoberfest. Der einzige Unterschied zur bayerischen Variante war hier nur, dass sich alles um die Zubereitung und den Verzehr von Würsteln drehte. Künstvoll wurde Öl in die Pfannen gegeben, das Grillgut gekonnt durch die Luft manövriet und dem verdutzen Kunden auf den Teller geklascht - und das alles tanzenderweise zu den hämmernden Beats aus den kleinen Imbissbuden Foodstalls.. Was das ganze mit Zucker zu tun hat ist mir immernoch ein Rätsel. Jedenfalls hatten wir danach so richtig Appetit auf Pizza. Und Bier! ;-)

Pizza zum Frühstück! Lautoka - Wo Träume wahr werden...
Davon gab's soviel, dass es zum Frühstück gleich wieder damit weiterging (mit ersterem zumindest). Mit 4 Stunden stand eine relativ große Etappe bis in den Norden der Hauptinsel auf dem Program. Dieses Mal gab's aber zum Glück Platz im Kofferraum und die Fahrt war recht entspannend. Unser Ziel war Nananu-I-Rai, eine Insel die für beste Windsurf - und Tauchbedingungen bekannt ist. Die perfekte Kombination für uns beide also. Durch einen glücklichen Zufall wartete an der Werft bereits ein Boot auf uns und setzte uns im Surf-Camp ab: Man hatte uns mit einem anderen Päärchen verwechselt, das einige Nächte in dem Resort vorgebucht hatte. Die armen warteten wenig später verzweifelt auf den vereinbarten Transfer und wir hätten sogar fast noch die letzten beiden (bzw. ihre reservierten) Plätze im Hostel genommen. Wir hatten uns in letzter Sekunde aber doch für's Zelten entschieden, zur Freude des deutsch-kanadischen Päärchens, das irgendwie noch ein anderes Boot aufgetrieben und gegen Abend eingetroffen war.

Als Strafe für die ungerechtfertige Vorteilsnahme wurden wir später in der Arsch-Strasse  geächtet
Schon beim Zeltaufbauen frischte der Wind deutlich auf und ich konnte es kaum noch abwarten endlich auf's Wasser zu gehen. Windsurfen in der Südsee war ein lang gehegter Traum, den ich mir hiermit erfüllen wollte. Uns es war tatsächlich traumhaft! Gefühlte 30 Grad Wassertemperatur, nix mit Neopren - ich hätte sogar nackt fahren können und es wär mir wohl nicht kalt geworden. Aber die drei Narben, die das scharfe Riff beim ein oder anderen Sturz im Flachen an mir hinterlassen hat, könnten halt jetzt statt an den Füßen an etwas schmerzhafteren Stellen sein.... Aua!

Und Gas, Gas, GAAAAAS!
Während ich mir auf dem Wasser die Kante gab und die Blasen an den Händen immer größer wurden, war Katha unter Wasser zu Gange. Und das in einem der Top-Ten Tauchgebiete weltweit! Berichten zufolge gabs farbenprächtige Korallen, Rochen und eine Hai-Familie inklusive Nachswuchs zu sehen. Nach gefühlten 1000 Gramm Nudeln gingen wir beide kaputt und schlafsuchend ins Zelt - zusammen mit dem ohrenbetäubenden Zischen, Quietschen und Röhren des Windrads direkt hinter unserem Zelt. Tja, Ohrenstöpsel rein und ab ins Koma. Nach so einem Tag muss schon mehr kommen als so ein läppisches Windrad. Berichten zufolge hätte Katha allerdings lieber auch ein wenig gesurft - sie war nach der Nacht eher ge-wind-rädert. ;-)

Blubb Bluuub Blubbb Blubbb!
Nach zwei Nächten auf der Insel gings mit dem Bus nach Suva, in die Hauptstadt von Fiji. Mehr 3/4 der gesamten Bevölkerung leben hier! Dieses Mal standen 6 Stunden auf dem Programm. Eigentlich kein Problem hätte der Busfahrer sowas wie Musikgeschmack gehabt. Oder der Bus einfach kein Radio. Oder zumindest mein Mp-3 Player noch Akku... aber nein, ich durfte 6 Stunden die Symphonie der Raggaton-Monotonie in voller Lautstärke genießen: Von Celine Dion bis Justin Bieber, alles im gleichen Offbeat Rhtymus und ich gleichen Tempo geremixt... Ich hätte viel Geld für einen Gastauftritt der Kelly Family oder das Best Of von Dj Bobo gegeben...

Kurz vorm Nervenzusammenbruch hatte das Grauen ein Ende: Wir hatten die Hauptstadt erreicht. Und wenig später auch die Raintree-Lodge, ein nettes Hostel etwas ausserhalb von Suva und mitten im Dschungel. Die Vogelgesänge zur Dämmerung waren mehr als beeindruckend. Nach zwei Tagen shoppen, essen und wandern in und um die Hauptstadt ging's mit dem Bus wieder zurück nach Nadi.

Großstadtfeeling
Welcome to the Jungle!
 Dort angekommen suchten wir verzweifelt nach einem funktionierendem öffentlichen Telefon um ein Hotel für die letzte Nacht zu finden. Denkste Puppe! Zwar waren die Häuschen bzw. Halterungen dafür noch da, aber entweder war der ganze Apparat oder der Hörer geklaut bzw. zerstört. Verzweifelt irrten wir durch die Stadt und zurück in "Farmers", ein Restaurant in dem wir schon an einem unserer ersten Abende auf den Fijis waren. Unser Kellner zeigte sich verständnisvoll für den Telefonzellen-Hass seiner Landsleute und brachte uns sein Handy. Selbstverständlich versagt auch hier der Akku vor dem ersten Anruf. Ein Festnetztelefon oder ein anderes Handy gabs natürlich nicht. Was macht man in so einer Situation: Natürlich Frustessen! Und was gibt's da besseres als ein Schnitzel mit Pommes? Selbstverständlich war das Hühnchen-Schnitzel abgesehen von der Panade komplett roh... 

Achtung: Rohes Hähnchen nähert sich von hinten links gerade an unseren Tisch
Zur Feier des Tages beschlossen wir uns was zu gönnen und uns in das etwas gehobenere Raffles-Hotel einzubuchen. Tatsächlich hatten wir hier auch Glück und es gab noch ein Zimmer. Die Rucksäcke wurden in einem goldenen Wagen auf unser Zimmer gebracht... sanfte Klänge von der Hoteleigenen Band... eine warme Dusche... Happy End! So endeten auch unsere drei Wochen auf den Fijis. Fazit: Die Zeit ist verdammt schnell vergangen, die Locals sowohl unter als auch über Wasser waren paradiesisch und wir können wirklich jedem empfehlen den Fijis auch mal einen Besuch abzustatten. Aber nun heißt es für uns: Bye-Bye Fijis - Hello NEUSEELAND!!!





22) The Mantarays

Die letzten drei Nächte auf den Yasawa Inseln sollten unser Highlight des Insel-Trips werden: Der Plan war mit Manta-Rochen schnorcheln zu gehen, damit wollten wir uns beide einen großen Traum erfüllen. Die Giganten können Spannweiten bis zu 6 Meter erreichen und ernähren sich hauptsächlich von Schnochlern bzw. Plankton, was eben gerade so daher kommt. Dazu "stellen" sie sich in kanalähnliche Meerespassagen mit starker Strömung, machen den Mund weit auf und lassen das Futter einfach in sich reinschwimmen. ;-)

Abendlicher Ausblick aus unserer Bure
So einen "Kanal" gibt's auch auf den Fijis und Mantas werden in der Saison tagtäglich gesichtet. Da wir uns schon gefährlich nahe am Ende der Manta-Saison befanden wollten wir die Nächte auf Barefoot Island und Mantaray Resort eigentlich schon gleich an den Anfang unserer Tour buchen. Da die beiden Resort aber offensichtlich extrem beliebt sind, blieb uns nichts anderes als zu warten und zu hoffen.

Nach dem vierten Versuch stand statt "FIGI" auch tatsächlich "FIJI" in die Nacht geschrieben...
Schon beim Abendessen auf Barefoot Island wurde uns das wichtigste zum Manta-Schnorcheln erklärt: Die Rochen kommen immer zur Flut, in unserem Fall gegen 10 Uhr morgens. Zu der Zeit wird dann mit einem Boot gecheckt, ob die Unterwasserflügler da sind. Falls ja, wird im Tauchzentrum laut getrommelt und "Maaaaaaaaaaaaaantaray" gebrüllt. Bereits um halb 10 standen wir erwartungsvoll vor dem Tauchshop und konnten es nicht abwarten bis die Trommel geschlagen wurde. Hoffen, Bangen, Vorfreude?
Und endlich, endlich kam das Spähboot zurück und das ersehnte " Maaaaaaaaaaaantaray" wurde lautstark verkündet. Mit halbvollen Hosen waren wir in deutscher Manier die ersten beiden um uns anzumelden und auf's Boot zu springen. Aber auf den Fijis läuft alles in Fiji-Time, also extrem entspannt, und so dauerte es noch eine halbe Stunde, bis wir in den Kanal geschippert wurden. Kann das nicht schneller gehen? Vielleicht sind sie ja dann schon satt und tauchen wieder ab?! Stress.. ;-)

Maaaaaaaaaaaantaray!
Keine 5 Minuten mit dem Boot und wir können den ersten Manta an der Wasseroberfläche plantschen sehen!!! Lasset die Spiele beginnen: Am oberen Ende des Kanals werden wir ins Wasser geworfen und lassen uns nun wortwörtlich auf die Mantas zutreiben. Und die Mäuler sind wirklich groß. Ein Mensch würde da schon reinpassen! Man kommt diesen faszinierenden Wesen auch extrem nahe und hat teilweise Probleme nicht auf Tuchfühlung zu kommen. Ganzen vier gutgelaunten Rochen sehen wir beim Spielen und Futtern zu, einfach unbezahlbare Momente. Die Strömung ist so stark, dass es unmöglich ist dagegen anzukommen (die Mantas müssen sich dafür selbstverstäntlich kaum bewegen). Zum Glück warten die Boote am Ende des Kanals, um einen wieder zurück an den Anfang zu bringen, damit das ganze Spektakel wieder von vorne losgeht. Traumhaft! Hier gibt's jetzt auch das Video:



Schlappe 3.5 Meter Spannweite hatte dieser Jungspund
Erst in den nächsten Tagen wurde uns bewusst, was wir für ein Glück hatten: Der Tag war der letzte an dem die Mantarochen in den Kanal gekommen waren. Saisonfinale - und wir waren live dabei!

Suchbild: Wer findet Nemo? (Kein Scherz)
Ein bisschen Kulter tat nach dem ganzen Geschnorchel mal ganz gut.
Ganz entspannt ging's nach dem Abenteuer ins Nachbarresort Mantaray. Wie schon erwähnt machte es in diesen Tagen seinem Namen nicht "alle Ehre", da wir die Saison gerade eben beendet hatten. Schade für die ganzen anderen Gäste die erwartungsvoll auch in diesem Resort auf die Trommel warteten. Trotzdem war's sehr schön hier, vor allem das Essen. ;-) Aber auch die Unterwasserwelt war nochmals hervorragend. Nach den üblichen verdächtigen Nemos und Wasserschlangen gab's noch einen Octopus zu sehen und zum krönenden Abschluss doch noch einen Riffhai! Ein prächtiger 2m White-Tip machte seine Runde weniger als fünf Meter unter mir. Obwohl ich wusste, dass diese Art Hai absolut harmlos ist, konnte ich vor Aufregung unter Wasser tatsächlich mein Herz schlagen hören! Leider musste sich Katha grade am Strand sonnen und kam nicht in den Genuss sich in die Hose zu machen. ;-)

Sharkalarm!!!
Zum letzten Mal ging's dann spät abends in Wasser - Nachtschnorcheln stand auf dem Programm. Zum Glück hatten wir einen Guide (nein, nicht Flipper, diesmal war er tatsächlich menschlich) dabei, die Orientierung ist nachts unter Wasser gleich null. Zu sehen gab's nicht allzu viel, eben nur das was von der Taschenlampe gerade angeleuchtet wird: Eigenartige Korallen, die nur nachts ihre "Fächer" ausfahren, schlafende Korallenfische (ja, die liegen wirklich auf ihren Korallen und knacken!!!) und sowohl den größten Kugelfisch als auch den größten Einsiedlerkrebs der Welt. Mission komplete. ;-)

Fiji bei Nacht. Unter Wasser. Rechts leuchtet Katha. Viele Fischer die man nicht sehen kann.
Nach 11 Tagen auf den Inseln ging's mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern auf dem Yasawa Flyer zurück auf's "Festland" und von dort aus einmal um die große Insel - mit den öffentlichen versteht sich. Aber dazu mehr im nächsten Post.

Oh wie war das schön. Bye bye Tropenparadies!
Hier gibt's aktuell wieder Licht am Ende des Tunnels: Wir sind auf der Fähre zur Südinsel und es hat aufgehört zu regnen. Und die Temperaturen befinden sich wieder im zweistelligen Bereich.

Marius

Montag, 14. Oktober 2013

21) The Goldcoast


Ich war erst skeptisch, ob es den Guide für den Weg zur anderen Seite der Insel in die Blaue Lagune wirklich braucht. Was das wohl wieder kostet? Besonders vertrauenserweckend sah der Local zudem auch eigentlich nicht aus: Komplett unrasiert, wohl schon länger nicht mehr geduscht und Mundgeruch. Meine Sprache hat er auch kaum verstanden, nur ein paar Brocken von meinem Englisch... Dementsprechend ging's mir nix dir nix wortlos los. Blind vertrauend bin ich meinem Guide ins Grüne gefolgt. Sein Kumpel war auch mit von der Partie und die beiden hatten eine lebhafte Unterhaltung, womöglich darüber auf welchem abgelegenen Teil des Pfads sie mich ab besten umlegen können...

Mitten im Sand: Unsere traditionelle Bure

Auf dem Weg zur blauen Lague

Nach 10 Minuten stellte sich raus, dass wir in die falsche Richtung gegangen waren, nur um seinen Kumpel im Nachbardorf abzuliefern. Das ging ja schon toll los, man hätte mir ja wenigstens Bescheid geben können? Nachdem ich ihm dann mehrmals eindrücklich "Blue Lagoon!" genannt hatte, sind wir schließlich in einen anderen Weg eingebogen und ca. eine halbe Stunde einen schmalen Junglepfad entlang gewandert. Die Aussicht auf das satte Grün der Bananenstauden und Kokuspalmen und das türkisblaue Meer in der Lagune war wirklch atemberaubend. Spätestens jetzt war die ganze Skepsis verflogen. Porti machte seinen Job als Tourguide nun auch wirklich gut: An den schönsten Stellen nahm er diverse Posen ein, so dass ich meinen neuen eingeborenen Freund vor der schönen Kulisse gut fotografieren konnte. Anscheinend hatte er die Tour wohl schon öfter gemacht. Da er mit dem Terrain natürlich bestens vertraut war, war er mir öfters einige Schritte voraus (obwohl er keine Schuhe trug), wartete an Weggabelungen zum Glück aber immer rücksichtsvoll um, mir den Weg zu weisen.


Unser Wohnzimmer

Darüber ist die Freude natürlich groß!

Moderne Kunst
Auf der anderen Seite angekommen ging's für mich dann zum Schnorcheln in die blaue Lagune. Auch hier nahm Porti seinen Job als Guide sehr ernst und folgte mir die ersten Meter mit ins Wasser - drehte dann aber doch wieder um und ging zurück an den Strand. Er hatte ja auch keine eigene Taucherbrille dabei und konnte daher die Unterwasserwelt ja gar nicht richtig geniessen. Schließlich legte er sich unter eine Bank am weißen Sandstrand und wartete die volle Stunde bis ich von Dori, Nemo und Co. wieder zurück an Land war. Und so ging's in der Dämmerung zurück mit meinem neunen Freund auf vier Beinen. Natürlich mit den obligatorischen Stops an den besten Aussichtsplätzen, damit der Touri, der hinterher läuft schöne Fotos machen kann. ;-) Noch immer bin ich baff, wie schnell ein Hund ein so treuer Begleiter werden kann! Porti: Ich hätte dich sofort mitgenommen, wenn die in Neuseeland (als unseren nächsten Stop) keine Hunde essen würden. Oder war das woanders? ;-)

Der alte Poser.. (also der im Hintergrund)
Abgesehen von unseren neuen Freunden hatten wir an der Gold Coast drei sehr entspannte Tage. Bis auf einen Schweizer waren wir die einzigen Gäste in dem kleinen Resort. Am Sonntag sind wir in den Genuss eines traditionelles katholischen Insel-Gottesdienstes gekommen. Kurz zusammengefasst kann man sich das so vorstellen: Die Kirche ist ein einfaches Holzhaus. Der Priester wird wortwörtlich eingeschiftt und wenn die Tide grad nicht passt wird die Messe kurzerhand um vier Stunde verschoben. Der Gottesdienst wird teils vom Priester und teils vom Dorf-Chef zusammen gehalten. Und ein echtes Highlight waren die Gesänge von den durchweg musikalischen Dorfbewohnern!  

Warte auf mich! Ne moment: Ich warte auf Dich!


Fijis next top model: Porti
 Das Resort bot einfaches aber authentisches Essen, gleich nebenan ein Strandcafe in exquisiter Lage, achja und STRAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAND!

Viele Grüße aus dem ca. 8 Grad warmen Wellington. Ein kleines Lüftchen weht auch (140 kmh). Ab in den Erdbebensimulator (aka Campervan bei Sturm).

Marius



Montag, 30. September 2013

20) The Coralview

Nach nur 15 Minuten auf dem Yasawa Flyer checkten wir auf der Schwesterinsel ins Coralview Resort ein. Dort erwartete uns eine liebevoll dekorierte Bure mit einem eigenen Bad, das im "Wandschrank" versteckt war. Oh und eine großzügige Auswahl an Obst, Suppen, verschiedene Hauptgericht und der Hunger war zurück! Faszinierend, wie man sowas nach so kurzer Zeit so wertschätzen kann.

Das Resort macht seinem Namen alle Ehre. Die bunten Korallen wachsen direkt vorm Haus. Wirklich berauschend war der Schnorchelgang beim Sonnenaufgang: Das Licht scheint morgens besonders günstig auf die Korallen zu fallen und sie magisch zum leuchten zu bringen. Die Korallen sind ca. 40 cm unter Dir und riesige Fischschwärme ziehen neben einem vorbei - man kommt sich vor als träumt man noch. Nach langem Suchen findet man einen kleinen Spot aus Sand, auf dem man sich hinstellen kannt, dieBrille absetzen und putzen kann, weil sie schon so angelaufen ist, dass man kaum noch was sehen kann. In dem Moment, in dem Du die Brille absetzt und siehst, was in Deiner unmittelbaren Nähe ist, schießt das Adrenalin in Deine Adern, da du den Kopf einer (natürlich hochgifitgen) Seeschlange auf Dich zuschwimmen siehst. Natürlich spült Dich im selben Momenent eine Welle von den Beinen und beim nervösen Strampeln schneidest Du Dich an den scharfen Korallen. Die Schlange ist abgetaucht, aber Du kannst nicht checken wo, weil Du flach über den Korallen treibend die Brille nicht mehr auf den Kopf bekommst. Bzw. erst komplett verkehrt herum, dann richtig rum aber Schnorchel verkehrt.. ja, ich war in Panik und jetzt definitv wach und nicht mehr im Traumland! ;-) Aber ich hab's überlebt. Die Schlange lacht sich wahrscheinlich immernoch schlapp und erzählt ihren Cousins davon. ;-)

Mittig in den blauen Korallen sitzen Schlange's Cousins...

...die haben die Geschichte an ihre Neffen an Land weitererzählt.
 Nach der ganzen Aufregung haben wir unsere eigene kokospalme auf der Insel gepflanzt. Wir bekommen die Koordination per Email zugeschickt und können so über Google Earth ab und an checken, wie sie sich entwickeln und wann die ersten Kokosnüsse geerntet werden können. Ein echt schöner Gedanke auf den Fijis eine Palme mit eigenen Händen gepflanzt zu haben! Das ganze war vor allem durchaus sinnvoll, weil ein Großteil der Vegetation vom letzjährigen Zyklon zerstört worden war. Wenn wir die Koordinaten erhalten haben, werde ich sie hier noch nachträglich eintragen, dann könnt ihr unser Werk ja auch mal bewundern. In ca. 20 Jahren sollten die Palmen etwa 10 Meter hoch sein. ;-)


Katha hat Palme Nummer 1 pflanzen dürfen.
Palme Nr.7 wurde mit bloßen Händen eingegraben (da Katha die Schaufel bekommen hatte...)
Abends haben wir noch eine schöne Wanderung auf den Inselgipfel gemacht. Highlights waren hier die matschigen Steilpassagen, die mit unseren Flipflops bewältigt werden wollten, handtellergroße Spinnen mit den Netzen genau über den kleinen Pfad gespannt (beides besonders reizvoll ohne Sonnenlicht) und die Flugshow der riesen Fledermäuse (Fruit Bats). Zum Sonnenuntergang wechseln die niedlichen kleinen "fliegenden Hunde" die Inselseite und fliegen dazu genau über den Gipfel bzw. die Einflugschneise, auf der wir's uns für den Sonnenuntergang gemütlich gemacht hatten. Was die kleinen Freunde anscheinenden nicht ganz auf dem Schirm hatten war, dass es auf der anderen Seite starken Wind hatte. Die unkontrollierten Flugmanöver in Kombination mit einem Flattergeräusch, wie man es von den oldschool Plastikdrachen kennt (wer hatte das Model "Adler"?) machte es für mich unmöglich ein Video davon zu machen ohne in lautes Gelächter auszubrechen. ;-)

Ein Vormittag am Sun Baking Beach - keine Fledermäuse in Sicht.
Gutgelaunt und wohlgenährt ging's nach zwei Nächten eine Insel weiter in das Gold Coast Resort.

Gut, tschüüss!


Samstag, 28. September 2013

19) The (Un)safe Landing

Nach den wundervollen Tagen in der Naqalia Lodge ging's mit dem gelben Yasawa Flyer weiter Richtung Norden in das Safe Landing Resort. Auf einem kleinen Boot wird man zum großen Weitstreckenboot gebracht. Die Inseln selbst haben keine Anlegestellen, die "Übergabe" findet also immer 100% auf dem Meer statt. Ähnlich muss man sich wohl auf einem Flüchtlingsboot fühlen.

Mann muss Kokusnuss jagen und erlegen...

... Frau muss Kokusnuss raspeln.

Die Erwartungen waren hoch, da Safe Landing ein Geheimtipp von einem Touri auf dem Yasawa Flyer war. Vielleicht hatten wir die verstecke Ironie seiner Empfehlung einfach nur übersehen? Vielleicht war der Herr aber auch einfach nur Fan von Instant Nudeln (die gab es in allen Varianten zu jeder Mahlzeit) und resistent gegen Brechdurchfall? Naja, wir wollen mal nicht alles auf's Resort schieben. Vielleicht war's auch nur zwanghaftes Touri-Unterhaltungsprogramm (genau nach dem Bula Dance wurde mir schlecht - hatte ich mich vielleicht selbst beim Tanzen beobachtet?) oder doch das Kava (aka schmutziges Mundbetäubungswasser - gelegentlich mit Regenwasser hergestellt) am Abend unserer Ankunft... Jedenfalls wurden in der Nacht die Fische von mir nicht nur einmal gefüttert. Katha hat's zum Glück nur leicht erwischt. Die amerikanische Family, die mit uns bereits in der Naqalia Lodge war, war allerdings auch zu 50% ausser Gefecht gesetzt. Nur die beiden Damen kamen heil durch's Essen, Tanzen und das Kava. Die verweichlichten Männer halt wieder...

The best coffee place in the world

Was macht denn der Mond schon da?



Naja, so hieß es an Tag zwei im Safe Landing Vomitting, kein Essen und viel Schlafen. Wie sich's gehört, waren die Damen währenddessen mit Korb flechten und Besen binden beschäftigt. Erst Abends gab's eine Kartoffel für mich zum Essen. Die Nudeln gingen dankend zurück, wofür mir unsere Köchin einen ernsthaft besorgten mütterlichen Blick zuwarf. ;-) Bereits am Nachmittag konnte ich meinen Würgereiz soweit zurückhalten, dass die Fische beim Schnorcheln in der weltberühmten "Blue Lagoon" (dort wurde auch der Film "die blaue Lagune" gedreht) diesmal leer ausgehen mussten.



A man and his hat

Mit Blick zum nächsten Resort

Um unseren Aufenthalt im Safe Landing doch noch etwas abzurunden: Wir waren ja nach wie vor auf Reisen im Paradies! Vom Meer in den Schlaf gerauscht werden, weißer Sandstrand, Palmen und Sonne. Eine richtig interessante Coconut Demonstration durften wir auch mitmachen, wo wir vom Öffnen über die Gewinnung von Kokusnussöl bis zur Herstellung von Schmuck alles rund um die Nuss gelernt haben! Ja und jetzt nach über einem Jahr haben wir auch unsere offiziellen Verlobungsringe - selbst gefertigt ;-) Vor unserer Abreise gab's noch ein Kokusnussbowling-Turnier und eine äußerst interessante Dschungelführung mit Erklärungen zu traditioneller Fiji Heil- und Kräuterkunde. Die Pflanze "Kura" z.B. steht neuerdings unter Verdacht Krebs heilen zu können!


Ich lieg ca. 100 m Luftlinie. ;-)

Bula time!

Nach den drei Tagen in Safe Landing mussten wir uns von unseren vier amerikanischen Freunden verabschieden. Die Eltern von Ezra hatten ihren Sohn hier nach einer viermonatigen Segelreise von Panama nach Fiji getroffen und einen Abstecher auf die Inselns gemacht. Nach all den Geschichten hab ich so richtig Lust auf Segeln bekommen. Das Ganze hört sich nach wahrem Abenteur an! Für die Eltern ging's zurück in die USA und für Ezra und Angie stand als nächstes Papua Neuguinea auf dem Program: Into the wild... Respekt!! Ich hoffe wir bleiben in Kontakt, alle vier waren sehr nett und hatten faszinierende Geschichten von ihren Reisen.

Jetzt geht's wieder zurück auf's Flüchtlingsboot und ab ins Coralview Resort. Ich hab gehört dort soll'S recht gute Pasta geben! ;-)

Marius

Donnerstag, 19. September 2013

18) The great searching for Nemo



Auf unserem ersten Inselhopping Stop auf Wayalailai in der Naqualia Lodge haben bei weitem mehr als den putzigen, tapferen Clownfisch gefunden. Wer den absoluten Chillout in dieser abgelegenen Bucht nicht findet der ist tatsächlich hoffnungslos verloren.

Just another day in paradise - South Sea Island

Unsere Aussicht in der Naqualia Lodge
  
Was haben wir sonst noch so gefunden? Fangen wir mal über Wasser an: Wir waren zwar nur zwei Nächte in der Lodge, wurden aber ein Teil der Familie die die vier kleinen Hütten betreibt. Wären die Essenszeiten für Frühstück, Mittag und Abendessen nicht in mehr oder weniger festen Zeit gewesen, hätten man komplett vergessen, dass es sowas wie Zeit überhaupt gibt! ;-)
Zu jeden Mahlzeit gabs Bananen – von der Staude gleich nebenan gepflückt versteht sich. Und ich weiß jetzt wieder wie Obst eigentlich wirklich schmecken sollte. Ich glaub ich werde den Geschmack dieser sonnengereiften süßen Bananen so schnell nicht wieder vergessen. Genauso wenig wie die brilianten … (sorry musste kurz weg zum Delphine gucken – sind aufm Boot zur nächsten Insel)… Hauptgerichte mit musikalischer Begleitung von Abu, dem Chef in der Lodge. Meistens gabs frisch gefangenen Fisch, einfach unglaublich! Wir hatten beschlossen die Köchin und die Bananenstauden zu entführen und auf unseren weiteren Trip dabei zu haben. ;-)


Traditionelle Kava Zeremonie

In der zweiten Nacht gab’s das traditionelle Kava trinken: Eine Wurzel die fein gemahlen wird und dann in Wasser aufgelöst wird. Das ganze sieht aus wie schmutziges Wasser und schmeckt auch so. Der Mund wird leicht taub und es hat eine entspannende Wirkung. Wenn man mehr davon trinkt wird man entweder sehr lustig, schläft direkt ein oder kotzt alles wieder aus. ;-) Obwohl ich drei „High Tide“ Portionen hatte, hatte ich lediglich etwas entspannteren Schlaf. Wobei, noch entspannter als wir zu dem Zeitpunkt ohnehin schon waren konnte man kaum noch sein.
Die meiste Zeit haben wir allerdings unter Wasser bzw. Katha am Wasser in ihrer Hängematte verbracht. Was die Korallen betrifft war das hauseigene Riff bislang das beste was ich unter Wasser bisher gesehen hab. Ein Farbspiel aus gelb, grün, blau, lila.. und ich Vergleich zu (leider) sehr vielen Atollen und Inseln komplett intakt. Zu den Korallen kamen dann noch der besagte Nemo, der mit seinen ca. 5 Gramm Kampfgewicht todesmutig mir nix Dir nix auf Katha losgegangen ist. Wir haben uns dann aufrichtig entschuldigt, dass wir zu nahe an seine Anemone und seine Frau gekommen sind und haben uns mit einem blauen Auge aus dem Staub gemacht (Videos folgen). ;-) Langusten (in „Pflücknähe“), eine Seeschlangen (ebenfalls in „gepflückt-werden-Nähe“), Seepferdchen, Kugelfische, Diskuss und die ganzen anderen Kollgegen gabs auch zu sehen…





Jetzt fahren Mrs. Katharina und Mr. Marius an das nördlichste Ende der Yasawas in das Safe Landing Resort. Mein Nachname bereitet dem armen Personal auf dem Yasawa Flyer schiere Panik und Verzweiflung. Der volle Name musste in 12 Formulare und jedes Mal über Telefon weitergegeben werden. Ich hoffe die lassen mich beim nächsten Mal überhaupt noch an Board.
Bula, Bula und Vinaka.
Marius

Freitag, 13. September 2013

17) The first Bula from Fiji



Es könnte schlimmer sein: Ich trag ne Sonnenbrille weil ich sie brauch, die Sonne scheint mir auf den Bauch. Die Wassertemperatur beträgt gefühlte 30 Grad, Bierpreise sind quasi nicht vorhanden und die Locals sind herzenswarm: Willkommen auf den Fijis!! Und während sich Katha die erste Massage gönnt sitze ich vor unserem Apartment unter Palmen und versuche den Blog kurz etwas upzudaten.

Später kam unverschämterweise eine Wolke vorbei. Wofür haben wir hier denn bitte gezahlt?!

 Letzten Montag sind Anna und Dirk nach ihrem zweimonatigen Besuch bei uns in Sydney zu ihrem großen Trip in Australiens Norden aufgebrochen. Schon einen Monat davor hatten wir uns einen Toyota Hiace Campervan (Baujahr 1986) gekauft und ihn etwas aufgepebbelt und erste Wochenendausflüge gemacht (mehr dazu in einem der nächsten Posts). Der Plan ist den guten alten „Freitag“ einmal um die Insel zu schicken! Während Katha und ich parallel nun die Fijis und anschließend Neuseeland besuchen, treffen wir die beiden dann nach zwei Monaten wieder in Cairns. Das ist der Plan, mal schauen was Freitag so dazu sagt. ;-)



Die fünf Freunde. Wer kann sie aufzählen?
Bereits vorletzte Woche hatte ich meine letzte Arbeitswoche bei WMA Water. Mein Chef wollte mich nicht gehen lassen und hatte mir sogar gedroht meinen Reisepass auf wundersame Weise verschwinden zu lassen. ;-) Nach nur 10 Monaten bei der Firma hatte ich ein gediegenes „Farewell“ im Belgian Beer Cafe bekommen und obendrauf die Zusage, dass ich jederzeit zurückkommen und wieder bei der Firma anfangen könnte. Aber zunächst ruft uns die große weite Welt!
Unseren Abflug ins Paradies hatten wir auf Freitag den 13 gelegt, da hier wundersamer Weise die Tickets mit Abstand am billigsten waren. Und ja, es ist alles gut gelaufen! ;-) In den Wochen davor haben wir unsere komplette Wohnung – sowohl das Kleinzeugs, als auch alle Möbel – verkauft und konnten uns so die Reisekasse noch gut aufbessern. Unser Stammkunde Mark hat uns gleich dreimal besucht und wollte am Ende sogar noch in unsere Wohnung einziehen. Eventuell hat er jetzt auch meine Identität angenommen; zwei meiner Hosen trägt er jedenfalls schon.

Man gönnt sich ja sonst nix

Nach einigen Goodbyes von den Freunden die wir im vergangenen Jahr gewonnen haben fühlt sich Sydney schon wieder sehr weit weg an. Der Abschied war nicht leicht aber in den nächsten fünf Monaten wartet das reine Abenteuer auf uns. In einer halben Stunde treffen wir uns mit Elena – der fijianischen Frau für alles unseres Vertrauens – und buchen das Ticket ins Paradies: Zwei Wochen Islandhopping auf den Yasawa Islands. Hier wurde z.B. der Film Castaway gedreht, man kann mit Mantarochen schnorcheln und den ultimativen Chill erleben. Ich bin sicher es wird das eine oder andere gute Bild zu posten geben.


 Danach bleibt uns eine weitere Woche auf Fiji, in der wir die Hauptinsel mit den Öffentlichen noch etwas erkunden wollen. Und Anfang Oktober geht’s dann schon wieder nach Auckland in Neuseeland. Bis dahin gibt’s aber sicher noch einen Eintrag, so ohne Arbeit hat man tatsächlich auch wieder Zeit dafür.
Wenn man nach nur einem Tag bereits ein Fazit über die Fijis abgeben  kann: Fantastisch! Unser erinnert das alles etwas an Asien bzw. Indonesien und da wir bei große Fans davon sind ist das natürlich genau unser Ding. Hier wird’s niemals kalt, deswegen haben auch die Busse gar keine Fenster eingebaut. Ach ja und „Bula“ ist das Pendant zum Servus und wird von der örtlichen Bevölkerung ausgiebigst und zu jeden Gelegenheit benutz. Außer am Morgen. ;-)

Now it’s time to chill.

Marius